Gruppenbild der Teilnehmerinnen der vhs Schreibwerkstatt mit vhs Leiter Carsten Koehnen anlässlich der Vorstellung des dritten Sammelbands der Schreibwerkstatt inm Mai 2017

Dritter Sammelband der vhs Schreibwerkstatt erschienen

ds 16. Mai 2017

zurück



„Freitags von Zehn bis Zwölf. Wortfenster in zwölf Leben“, Norderstedt 2017, ist der dritte Sammelband, den die Autorinnen der Oberurseler Schreibwerkstatt veröffentlichen. Anlass für Carsten Koehnen, den Leiter der Volkshochschule Hochtaunus und seine Mitarbeiterin Julia Zinser-Hofmann zu diesem besonderen und immer wieder bewegenden Schritt zu gratulieren.




In einer ihrer Kursstunden - freitags von Zehn bis Zwölf - stellen die Autorinnen der Schreibwerkstatt ihr neuestes Werk vor

Die Texte sind in subjektiv biografischer Perspektive geschrieben; sie sind aber auch Spiegelbilder der Zeit, also immer auch ein Stück Zeit- und Alltagsgeschichte.

Während im ersten Band das Thema Biografie und sozialer Wandel, das existentielle Lebensgefühl der Verunsicherung und die Suche nach Sicherheit und Identität in Zeiten des Umbruchs und gesellschaftlicher Erschütterungen wie der Nazizeit, Krieg, Vertreibung und Nachkriegsjahre im Zentrum standen, ging es im zweiten Band um Begegnungen mit Orten und Menschen, die prägend für die eigene Lebensgeschichte waren.

Im dritten Band nun sollten aus persönlich bevorzugten Wörtern, aus existentiellen Wörtern, aus Wörtern mit Tiefenresonanz und innerem Bedeutungswert Geschichten entwickelt werden, die - wie Wortfenster - einen ganz persönlichen Einblick in die jeweiligen Leben geben.

Und so werden Augenblicke des Gelingens und des Scheiterns, der Fülle und des Mangels, widerstreitender Gefühle und Gedanken erspürt: Etwa, wenn Gisela Schweikart ihren Kampf ums Überleben als Zwillingskind 1944 beschreibt und präsent hat, wie dieser Kampf sie gestärkt, aber auch geschwächt hat. Einige beschäftigt die Frage nach den „Portalfiguren“ (Peter Weiss) des Lebens: Eltern, die Geborgenheit und Vertrauen in die Welt vermittelten (Brigitte Herrmann), Freundschaften, die das ganze Leben überspannten (Ursula Bauer), Ehepartner, mit denen man bis zuletzt in Liebesgewissheit und Liebeszweifel verbunden ist (Gabriele Schneider).

Auch der Einfluss politischer Systeme, die Vor- und die Nachteile für die eigene Entwicklung, werden abwägend in den Blick genommen, wenn Heide-Marie Kullmann mit ihrer Familie vom Osten in den Westen Deutschlands übersiedelt. Manche, wie Frau Weber-Herkommer, denken über ihren Mut und Freiheitsdrang, ihre Reisesehnsucht und Neugier auf fremde Kulturen (Ingrid Kiltz) – ganz im Sinne von leitmotivischen Wortfenstern – nach. Bei Susann Deterding überwiegen Neugier und Abenteuerlust die Befürchtungen und Bedenken und sie lässt sich – zusammen mit ihrem Mann – auf ein Leben in Saudi-Arabien ein.

Die drei veröffentlichten Sammelbände der vhs Schreibwerkstatt

Alle Erzählungen sind eigensinnige Geschichten der Selbstfindung und Standortbestimmung. Sie spielen im Osten und im Westen, auf dem Land und in der Stadt, sie sind privat und politisch, weich und hart und stecken voller Empfindungen, Lebensklugheit, Glück und Traurigkeit. Kein Detail ist überflüssig, jeder gläserne bunte Mosaikstein ist ein Fenster der Aus- und Einblicke ins Fernste, aber oft auch ins alltäglich Nächstliegende, insgesamt wohl: in die „Wahrheit des Gefühls, in emotionale Wahrheit“ (Siri Hustvedt).

Für die Teilnehmer war dieses Projekt eine echte und nicht immer spannungsfreie Herausforderung, mussten doch alle Texte auf den Prüfstand und in kleinen Arbeitsgruppen überarbeitet werden, bevor sie Aufnahme in den Sammelband fanden. Aber durch das gemeinsame Projekt wurde die Zusammenarbeit in der Gruppe gefördert und intensiviert.

Jetzt haben die Autorinnen der Schreibwerkstatt es wieder einmal geschafft und freuen sich darauf, ihr Buch der Öffentlichkeit vorzustellen. Fast genauso stolz sind Carsten Koehnen und sein Volkshochschulteam auf die Leistungen „ihrer Schreibwerkstatt“, die offensichtlich ein Bildungsthema gefunden haben, das sie selbst stetig weiterbringt, aber auch andere bereichert. Neben seinen Glückwünschen in der Runde der Schreibwerkstatt formulierte der vhs Leiter bereits seine Hoffnung auf einen vierten Sammelband. „Diese großartige Sammlung ruft nach Fortsetzung“, richtete sich Koehnen an Dozentin Rosmarie Fichtenkamm-Barde und die anwesenden Autorinnen. Und Koehnen weiter: „Ich bewundere die große Offenheit, mit der Sie Ihre persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen thematisiert und verarbeitet haben. Ich habe die größte Hochachtung und gratuliere Ihnen zu diesem hervorragenden Werk“.

Hier finden Sie auch den Bericht der Taunus Zeitung zu dem neuen Sammelband "Freitags von Zehn bis Zwölf. Wortfenster in zwölf Leben", Norderstedt 2017.

Die Autorinnen der vhs Schreibwerkstatt, Dozentin Rosmarie Fichtenkamm-Barde, vhs Leiter Carsten Koehnen und Fachbereichsmitarbeiterin Julia Zinser-Hofmann bei der Vorstellung des dritten Sammelbandes

nach oben
 

vhs Hochtaunus

Füllerstraße 1
61440 Oberursel

Telefon & Fax

Telefon: 06171/5848-0
Fax: 06171/5848-10

Kontakt & Anfahrt

Anfahrt
Öffnungszeiten

© 2017 Konzept, Gestaltung & Umsetzung: ITEM KG