KunstStücke: "Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen"

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Freitag, 14. Oktober 2022 19:00–20:30 Uhr

Kursnummer P20-001
Dozenten OPUS 45 c/o Benjamin Comparot
Matthias Leinweber
Datum Freitag, 14.10.2022 19:00–20:30 Uhr
Hinweis NEUER VERANSTALTUNGSORT: Findet in Grundschule am Urselbach statt!
Gebühr 15,00 EUR
Ort

Oberursel; Grundschule am Urselbach; Aula, Marxstraße 20
Marxstraße 20
61440 Oberursel
Raum Aula

Kursort

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Rezitation: Roman Knižka (u.a. Dark (Netflix), Tatort, Deutscher Fernsehpreis 2021)

Musik von Paul Hindemith, Pavel Haas und György Ligeti
gespielt vom Bläserquintett Ensemble OPUS 45 (www.opus-45.de)

Dauer des Konzertes: ca. 90 Minuten (ohne Pause)

»Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen« wollte der überzeugte Pazifist Konrad Reisner und initiierte u.a. gemeinsam mit Willy Brandt eine zunächst ausweglos erscheinende Kampagne: Reisner setzte alles daran, für Carl von Ossietzky die Verleihung des Friedensnobelpreises zu erwirken, um so den inhaftierten Journalisten und Herausgeber der Zeitschrift »Die Weltbühne« aus dem KZ Papenburg-Esterwegen zu befreien. Eine berührende Geschichte und eines von vielen mutigen Zeugnissen des Widerstands gegen das NS-Regime, das in diesem literarischen Kammermusikabend zu hören sein wird.

Das Programm ist jenen mutigen Menschen gewidmet, die sich bis zuletzt hartnäckig gegen den faschistischen Terror behaupteten. Zu Gehör kommen unter anderem Paul Celans »Todesfuge« sowie Gedichte französischer Häftlinge des KZ Buchenwald. Bertolt Brechts satirischem »Lied vom Anstreicher Hitler« steht Oskar Maria Grafs mutiger Aufruf »Verbrennt mich!« gegenüber, Kurt Tucholskys bitterböser »Ode an Das Dritte Reich« die ironisch-melancholischen Exil-Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Mascha Kaléko.
Musikalisch umrahmt wird die Lesung durch große, teils jedoch lange Zeit vergessene Werke für Bläserquintett. Sie stammen allesamt von Komponisten, die zu Opfern der nationalsozialistischen Diktatur und des Holocausts wurden, deren »Wille, Kunst zu schaffen aber stets ebenso stark gewesen ist wie unser Wille zu überleben.« So fasste es Pavel Haas zusammen, der hochbegabte tschechisch-jüdische Komponist und Schüler Leoš Janáceks, interniert im KZ Theresienstadt, später in Auschwitz ermordet. Neben Haas‘ Bläserquintett opus 10 erklingt die »Kleine Kammermusik« des als »entarteten Künstler« diffamierten Komponisten Paul Hindemith sowie »Sechs Bagatellen« von György Ligeti, der die Hälfte seiner Familie in deutschen Konzentrationslagern verlor.

Gefördert mit Mitteln der Landeszentrale für Politische Bildung. In Kooperation mit dem Hochtaunuskreis und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus e.V.


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